Region: Nusa Tenggara

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Nusa Tenggara, was sich in etwa mit „Südostinseln“ übersetzen lässt, ist der zu Indonesien gehörende Teil der kleinen Sunda-Inseln. Dazu gehören neben dem bekannten Bali auch die östlich davon gelegenen Inseln Lombok, Sumbawa, Flores und Timor. Inklusive ihrer kleinen Nebeninseln, allen voran das überschaubare aber weltberühmte Komodo. Insgesamt sind es rund 550 Eilande die zu dieser Region zählen und sich von Lombok bis zu den südlichen Molukken erstrecken. Nicht zu Nusa Tenggara gehört Osttimor, das zwischen 1975 und 1999 von Indonesien besetzt war und als Provinz Timor Timur geführt wurde. Seit 2002 ist es allerdings ein eigenständiger Staat und gehört nicht mehr zu Indonesien.

Zwischen Bali und Lombok befindet sich die sog. Wallace-Linie, eine gedachte Linie, die die asiatische von der australischen Tier- und Pflanzenwelt trennt. Die Fauna und Flora von Nusa Tenggara ist eher mit der Australiens als mit der Asiens verwandt. Je weiter man sich nach Osten bewegt, desto „australischer“ wird die Landschaft. Wissenschaftler vermuten, dass die meisten Inseln Nusa Tenggaras vor der letzten Eiszeit mit Australien verbunden waren. Auch bei der Bevölkerung lässt sich ein Ost-West-Unterschied feststellen. Während Lombok und Sumbawa noch überwiegend muslimisch sind, da die Inseln zur javanischen Hochkultur zählen, bekennen sich die Menschen auf Flores zum römisch-katholischen Glauben und auf Sumba, Timor und anderen Eilanden steht eine Mischung aus Ahnenkult und Geisterglaube im Vordergrund, teilweise vermischt mit christlichen oder muslimischen Lehren.

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Anreise nach Nusa Tenggara:

Die Anreise zu den Inseln Nusa Tenggaras kann mit dem Flugzeug über die internationalen Flughäfen von Lombok und Kupang auf Westtimor erfolgen, per Inlandsflug zu einem der kleineren Regionalflughäfen oder per Schiff von den Nachbarinseln, allen voran Bali.

Koordinaten Bali:
Süd 8°20 Ost 115°09
Koordinaten Nusa Tenggara Barat:
Süd 8°38 Ost 117°22
Koordinaten Nusa Tenggara Timur:
Süd 8°36 Ost 121°02

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Wirtschaftlich steht Nusa Tenggara eher am Rande der Nation, Industrie gibt es keine und ausser auf Lombok ist auch der Tourismus kaum entwickelt. Während Lombok in den letzten Jahren einen gewissen touristischen Aufschwung erlebte und noch erlebt, finden sich auf den restlichen Inseln der Region allenfalls kleinere Unterkünfte und Gästehäuser, dafür aber jede Menge unberührter Natur und ursprünglicher Kultur. Einiger Beliebtheit erfreut sich der Nationalpark rund um die Insel Komodo auf der die weltberühmten Komodo-Warane leben. Die Region gliedert sich in die Provinzen Bali, West-Nusa Tenggara (Lombok und Sumbawa) und Ost-Nusa Tenggara (Flores und indonesischer Teil von Timor).

Bali, die Insel der zehntausend Tempel

Die Insel Bali ist mit Abstand das bekannteste Reiseziel Indonesiens. Als hinduistische Enklave innerhalb des muslimischen Landes hat die Insel seit je her einen Sonderstatus inne. Mancherorts touristisch sehr gut ausgebaut mit Hotels der internationalen Spitzenklasse, hat sich Bali dennoch seine Kultur und seinen Charme bewahrt.

Zeremonie mit Opfergaben in Tempel auf Bali

Zeremonien und vor allem Opfergaben sind eine wichtige Säule des balinesischen Glaubenssystems

Die Zahl der aktiven Tempel ist schier atemberaubend und kaum ein Tag vergeht an dem nicht irgendwo eine Zeremonie stattfindet oder eine Prozession durch die Straßen zieht. Der hinduistische Glaube wird aktiv gelebt und der Reisende darf gerne daran teilhaben oder einfach nur zusehen.

Während der Süden Balis vor allem durch seine dichte touristische Infrastruktur mit der Hauptstadt Denpasar und dem Flughafen hervorsticht, finden sich im Osten und Norden vor allem kleinere Resorts, tolle Strände und viel Natur. Das Zentrum der Insel ist auch das künstlerische Zentrum Balis mit den weltberühmten Kunstgalerien rund um Ubud und jeder Menge Sehenswürdigkeiten. Im Westen, im großen Nationalpark Balis, kommen Naturfreunde und Wanderer voll auf ihre Kosten.

West-Nusa Tenggara / Nusa Tenggara Barat

West-Nusa Tenggara, auf indonesisch Nusa Tenggara Barat, NTB, ist eine der drei Provinzen der Region Nusa Tenggara. Sie erstreckt sich auf den westlichen Teil der kleinen Sunda Inseln und besteht aus Lombok, Sumbawa und einigen kleineren Eilanden. Provinzhauptstadt und größte Stadt der Provinz ist Mataram auf Lombok. Die Bevölkerung der 20.177 Quadratkilometer großen Provinz wird derzeit (2014) auf etwa 4,7 Millionen Menschen geschätzt, bestehend aus 80 % Muslimen (Sasak), 16 % Hindus (Balinesen) und 4 % Animisten. Innerhalb der indonesischen Regierung gibt es Bestrebungen die Region Nusa Tenggara Barat aufzuteilen und eine eigene Provinz Sumbawa zu schaffen. Dazu liegen uns allerdings noch keine konkreten Informationen vor.

Lombok, geheimnisvolle Insel der Sasak

Als Balis direkter östlicher Nachbar hat es die Insel Lombok mittlerweile zu einer gewissen Bekanntheit gebracht und die Bestrebungen der indonesischen Regierung sie zum zweitwichtigsten Touristenziel nach Bali zu machen, haben ihren Teil dazu beigetragen. Dennoch ist Lombok immer noch ein Ziel für Reisende, die die Natur lieben, die Menschen und ihre Kultur wirklich kennenlernen wollen und auch einmal ausserhalb der touristischen Pfade wandeln möchten.

Der Gunung Rinjani auf Lombok

Der Gunung Rinjani auf Lombok mit seiner beeindruckenden Caldera und dem kleinen Gunung Baru Jari. © Richard Whitcombe / Shutterstock

Aber auch Urlauber die traumhafte Sandstrände und atemberaubende Tauchreviere suchen werden auf Lombok fündig. Die Strände von Senggigi, die Gili Inseln, Gili Air, Meno und Trawangan oder das noch recht verschlafene Kuta erfüllen den Wunsch nach dem tropischen Paradies nahezu perfekt.

Die lebhafte Hauptstadt Mataram mit ihren Schwestern Ampenan und Cakranegara bieten von Shopping über Kultur bis zu Restaurants und Bars alles was das Herz begehrt. Abenteurer und Wanderer hingegen lockt der Vulkan Gunung Rinjani, sein Kratersee und der Nationalpark darum herum. Mehrtägige Trekkingtouren sind hier ebenso möglich wie kleinere Spaziergänge und Führungen durch die Dörfer.

Ost-Nusa Tenggara / Nusa Tenggara Timur

Ost-Nusa Tenggara, auf indonesisch Nusa Tenggara Timur, NTT, ist eine der drei Provinzen der Region Nusa Tenggara. Sie erstreckt sich auf den östlichen Teil der kleinen Sunda Inseln, allen voran Flores, Sumba und West-Timor, sowie Adonara, Alor, Komodo, Pantar, Raijua, Roti, Sawu, Semau und weitere. Provinzhauptstadt ist Kupang auf Westtimor. Die Bevölkerung der 47.876 Quadratkilometer großen Provinz wird derzeit (2014) auf etwa 4,68 Millionen Menschen geschätzt, bestehend aus 91% Christen (56% davon Katholiken), 8% Muslimen und einem kleinen Rest mit verschiedenen Religionszugehörigkeiten wie Hinduismus und Buddhismus, sowie animistischen Glaubenssystemen. Die für Indonesien ungewöhnlich hohe Zahl an Christen geht auf die Missionierung durch Portugal im 17. und 18. Jahrhundert zurück. Im 19. und 20. Jahrhundert kamen dann niederländische Missionare, was 35% der Katholiken zu Protestanten machte. Wobei das Christentum in Ost Nusa Tenggara stark von animistischen Praktiken und Traditionen durchsetzt ist.

Geschichtliches

Forscher gehen davon aus, dass während der letzten Eiszeit zwischen 40.000 und 20.000 v. Chr. vedo-austronesische Völker aus dem Norden und Westen die kleinen Sundainseln erreichten. Wobei zu dieser Zeit die großen Sundainseln durch den niedrigeren Meeresspiegel mit dem asiatischen Kontinent verbunden waren, der Weg bis nach Timor war also kürzer als er es heute ist. Um 3000 v. Chr. folgten in mehreren Wellen Melanesier und austronesische Gruppen aus Südchina und Indochina. Um 1000 n. Chr. herum war die Region bereits für ihr hochwertiges Sandelholz bis nach China und Indien bekannt, es gab etablierte Handelswege, betrieben von malaiischen, chinesischen und arabischen Händlern. Sandelholz kam damals zwar auch aus anderen Regionen, aber Timor, Sumba und Solor lieferten die beste Qualität. Darüber hinaus wurden auch Honig, Bienenwachs und Sklaven gehandelt.

Als sich China im 16. Jahrhundert aus dem weltweiten Handel zurückzog, übernahmen zunächst die Portugiesen den Handel zwischen Timor und China. Portugal zeigte sich zu dieser Zeit überaus interessiert an diesem Teil Asiens. Nachdem die Portugiesen das Sultanat von Malakka erobert hatten, stand der Weg zu den kleinen Sundainseln offen. 1511 erreichten portugiesische Schiffe die Molukken und 1512 auch Timor, Solor und Alor, es wurden schnell kleinere Siedlungen gegründet. Erst als ein paar Jahrzehnte später auch die Holländer eintrafen wurden von den Portugiesen militärische Stützpunkte errichtet. Ab 1595 gab es den ersten offiziellen Gouverneur in der Region.

Bald gab es erste Auseinandersetzungen zwischen Niederländern und Portugiesen, unter Anderem wechselten einige Male die Standorte der beiden Rivalen. Dennoch beherrschten portugiesischstämmige Händler lange Zeit die Häfen und Handelswege. 1640 erbauten die Niederländer den ersten Posten auf Timor und zogen von dort aus zu Eroberungsfeldzügen und 1756 hatten die Niederlande die Hoheit über Westtimor inne. Bald aber kamen die Engländer in die Region und so wurden die Niederlande immer wieder stark zurückgedrängt.

Zwischen 1942 und 1945 standen die Inseln Nusa Tenggaras unter japanischer Besatzung, nach der Unabhängigkeitserklärung Indonesiens am 17. August 1945 brach der Niederländisch-Indonesische Krieg aus, 1949 erkannten auch die Niederlande Indonesien als Staat an. Zwischen 1975 und 1999 besetzte Indonesien Osttimor, die dortige Bevölkerung entschied sich allerdings für die Unabhängigkeit. Heute noch kommt es an der Grenze immer mal wieder zu Zwischenfällen, da der Grenzverlauf noch nicht vollständig festgelegt ist.