Sumbawa

Vom Massentourismus weitgehend verschont, aber mit einer wildromantischen Landschaft gesegnet präsentiert sich die Insel Sumbawa ihren Besuchern. Schroffe Bergketten, viele davon vulkanischen Ursprungs, wechseln sich ab mit fruchtbaren Ebenen, grünen Nassreisfeldern und makellosen Sandstränden.

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Große und bekannte Sehenswürdigkeiten hat Sumbawa zwar nicht zu bieten, aber dafür freundliche und liebenswerte Menschen, Ruhe, viel Natur und einige wunderschöne Strände, die vor allem von Surfern aus aller Welt besucht werden. Die Wellen sind legendär und stehen denen an der Südküste Balis in nichts nach. Eine gut ausgebaute Straße führt einmal quer durch das Eiland, von der Hafenstadt Poto Tano im Westen bis in den Osten nach Sape. An ihr liegen die großen Städte Sumbawa Besar und Bima, die kleineren Städte und Dörfer sind über Nebenstraßen zu erreichen die teilweise in abenteuerlichem Zustand sind. Insbesondere die Südküste Sumbawas ist verkehrsmäßig kaum erschlossen.

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Anreise nach Sumbawa:

Per Flugzeug ist die Insel über den Flughafen in Bima zu erreichen, der von indonesischen Fluggesellschaften angeflogen wird. Es bestehen beispielsweise Verbindungen nach Denpasar auf Bali oder Surabaya auf Java.

Von Lomboks Hafen Labuhan Lombok verkehren Schiffe zum Fährhafen Poto Tano an Sumbawas Westküste. Dort beginnt auch die Straße, die die Insel von West nach Ost durchschneidet und zu den großen Städten wie Sumbawa Besar und Bima führt. Die Fährverbindung von der östlichen Hafenstadt Sape nach Flores oder Komodo verkehrt nur unregelmäßig und auch die Fähren nach Java und Bali sind nicht immer zuverlässig.

Koordinaten: Süd 8°38 Ost 117°21

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Den östlichen Nachbarn von Lombok durchqueren die meisten Touristen deshalb nur um zum noch weiter östlich gelegenen Komodo zu gelangen. Was sehr schade ist, denn gerade weil die Insel so schlecht erschlossen ist, finden die Reisenden die sie dennoch erkunden unberührte Landstriche und authentische Dörfer und Städte vor. Interessanterweise sprechen viele Menschen auf Sumbawa englisch, man kommt also auch auf eigene Faust zurecht. Zumal die Sumbawaner nicht nur freundlich sondern auch sehr kommunikativ sind und sich sehr freuen, wenn sie von westlichen Reisenden besucht werden.

Fakten rund um Sumbawa

Sumbawa ist eine der kleinen Sundainseln und liegt östlich von Bali und Lombok. Das Eiland gehört zur indonesischen Provinz Nusa Tenggara Barat, ist 15.488 Quadratkilometer groß und die Bevölkerung wird auf etwas über 1,33 Millionen geschätzt. Sumbawa erstreckt sich in West-Ost-Richtung auf rund 280 km Länge und über eine Breite von 15-90 km. Geografisch gesehen liegt Sumbawa zwischen Lombok im Westen und Flores im Osten, zwischen Flores und Sumbawa befinden sich die kleinen aber weltberühmten Eilande Komodo und Rinca. Rund um Sumbawa gruppieren sich viele kleinere Inseln, von denen vor allem die im Norden gelegene Pulau Moyo größere Bedeutung hat. Im Westen Sumbawas liegt die Alas-Straße, die Meerenge die Sumbawa von Lombok trennt. Im Süden befindet sich der Indische Ozean, die Saleh Bay liegt quasi mitten in Sumbawa zwischen dem West-, dem Ostteil und der Halbinsel Sanggah mit dem Gunung Tambora. Im Norden liegt die Flores-See. Die Sape Straße im Osten der Insel trennt Sumbawa von Flores und den Komodo Inseln.

Makelloser Sandstrand auf Sumbawa, Indonesien

Die Insel Sumbawa in Indonesien hat vor allem tolle Surfspots und makellose weiße Sandstrände zu bieten. Artikelbild: © trubavin / Shutterstock

Sumbawa gliedert sich in die vier Regierungsbezirke (Kabupaten) Kabupaten Bima, Kabupaten Dompu, Kabupaten Sumbawa, Sumbawa Barat und die Stadt (Kota) Bima. Die Insel lässt sich grob gesagt in zwei durch eine schmale Landenge getrennte Teile gliedern. In den Westteil Semawa mit Hauptstadt Sumbawa Besar und seiner Bevölkerung malaiischer Herkunft, die sich sprachlich recht nah an den Sasak auf Lombok bewegen. Und in den Ostteil Bima mit Hauptstadt Bima-Raba dessen Einwohner einen melanesischen Einschlag haben.

Sumbawa ist recht gebirgig, hat einen Küstenverlauf mit zahllosen Buchten, besitzt Waldgebiete und Regionen mit Buschland und Savanne. Im Norden ragt auf einer Halbinsel der 2850 Meter hohe Vulkan Tambora auf. Dessen Ausbruch im Jahre 1815 gehört zu den größten Vulkankatastrophen der Menschheitsgeschichte. Damals starben über 71.000 Menschen und der Vulkan sackte von ursprünglich 4300 Metern auf seine heutige Größe zusammen. Das Klima auf Sumbawa ist eher trocken, weshalb die Landwirtschaft nicht so ertragreich ist wie auf ihren westlichen Nachbarn Bali und Lombok.

Tourismus und Wirtschaft auf Sumbawa

Der Tourismus ist auf Sumbawa kaum entwickelt und beschränkt sich auf wenige Dörfer die überwiegend an der Südküste liegen. Dort finden Reisende zwar keine luxuriösen Unterkünfte aber traumhafte weiße Sandstrände und beste Bedingungen für Surfer. Gewisse Bekanntheit haben die Surfspots Sekongkang, Supersuck Beaches, Hu’u und Lakey Beach erreicht.

Surfer auf Sumbawa, Indonesien

Sumbawa hat einige sehr gute Surfspots zu bieten, die denen an Balis Südküste in nichts nachstehen. © trubavin / Shutterstock

Wirtschaftlich dominieren auf Sumbawa die Landwirtschaft und der Bergbau. Es werden seit einigen Jahren Gold und Kupfer abgebaut, allerdings auf anderen indonesischen Inseln weiterverarbeitet, denn Industrie fehlt auf Sumbawa völlig. Die Landwirtschaft hat zwar mit Trockenheit zu kämpfen, allerdings sind die Felder durch die vulkanische Asche des letzten Ausbruchs des Tambora sehr fruchtbar.

Es wird überwiegend Nassreis angebaut, davon allerdings genug um ihn auch exportieren zu können. Dazu kommen Mais und wertvolle Hölzer, allen voran Teak, Sandelholz und Sappan welches als Heilpflanze und Ausgangsmaterial für Farbstoffe dient. Auch Pferde- und Rinderzucht ist weit verbreitet und es gibt große Wildbestände.

Den Bergbau auf Sumbawa betreibt seit 2000 das US-Amerikanische Unternehmen Newmont Mining Corporation das einen großen Teil des Südwestens der Insel für sich beansprucht und dort Gold und Kupfer abbaut. Die Vorkommen machen die Batu Hijau Mine zu einer der größten Kupfermienen der Welt. Die Minengesellschaft wird weltweit für ihr rücksichtsloses Verhalten kritisiert und ist in Umweltskandale auf vier Kontinenten verwickelt. Auch auf Sumbawa werden völlig hemmungslos Giftstoffe wie Quecksilber und Arsen in die Flüsse geleitet. Proteste der Anwohner werden seitens der Regierung verhindert, die Polizei schießt auch schon mal auf Demonstranten. Ganz in der Tradition US-Amerikanischer Konzerne spielen Menschenleben keine Rolle, es zählt nur der Profit.

Bevölkerung Sumbawas

In einer Volkszählung im Jahre 2010 wurde die Zahl der Einwohner Sumbawas inklusive der kleinen umliegenden Inseln auf 1,33 Millionen festgestellt. Nahezu alle Einwohner sind Moslems, allerdings handelt es sich nicht um eine homogene Volksgruppe, denn es gibt zwei ethnische Gruppen die nicht einmal die selbe Sprache sprechen. Im westlichen Teil Sumbawas mit der Stadt Sumbawa Besar wird Bahasa Semawa (Bahasa Sumbawa) gesprochen. Es ist die Sprache des früheren Sultanats Sumbawa Besar und ähnelt dem auf Lombok vorherrschenden Sasak. Im östlichen Teil Sumbawas Bima mit der Stadt Bima wird Nggahi Mbojo (Bahasa Bima) gesprochen. Dazu kommen einige lokale Dialekte. Indonesisch sprechen zwar fast alle Einwohner Sumbawas, einige ältere Menschen speziell in kleineren Dörfern verstehen es aber bis heute nicht. In den Orten die von Touristen besucht werden, sprechen viele Menschen Englisch. Vormals existierte noch eine dritte Volksgruppe, die Tambora, die eine weitere Sprache benutzten, die mit denen ihrer Nachbarn nichts gemeinsam hatte. Mit dem Ausbruch des Gunung Tambora 1815 verschwand diese Kultur aber völlig

Vulkan Tambora

Ein Highlight der Insel Sumbawa ist der 2850 Meter hohe Stratovulkan Tambora. Er nimmt fast die gesamte Fläche der im Norden gelegenen Halbinsel Nusa Sanggar ein und bietet trotz seiner vergleichsweise überschaubaren Höhe doch einige Herausforderungen für Wanderer und Bergsteiger.

Der Vulkan Tambora auf Sumbawa, Indonesien

Die Insel Sumbawa hat einige imposante Vulkane zu bieten, die Bergsteigern und Wanderern durchaus Kondition abverlangen. Foto: TkKurikawa – istockphoto.com

Seine Caldera hat einen Durchmesser von rund 7 Kilometern, der Blick vom Kraterrand ist spektakulär. Nahe der Caldera wurde im Jahre 2004 eine Stadt entdeckt, die beim verheerenden Ausbruch des Vulkans 1815 vollständig begraben wurde. Die Erforschung des „Pompeji des Ostens“ hat allerdings gerade erst begonnen. Der Ausbruch des Tambora im April 1815 zählt zu den größten Vulkankatastrophen der Menschheitsgeschichte. Die Höhe des Vulkans nahm von ursprünglich 4300 Metern auf die heutigen 2850 Meter ab und der 7 Kilometer breite Krater entstand. 71.000 Menschen starben beim Ausbruch, bzw. an den Folgen der riesigen Aschewolke die sich in einer dicken Schicht über die Region legte. Der Ausbruch führte, wie schon 1257 beim Ausbruch des Rinjani auf Lombok, zu einer globalen Abkühlung und 1816 zu einem Jahr ohne Sommer mit riesigen Verlusten der Landwirtschaft in Europa und Nordafrika.

Geschichte Sumbawas

Sumbawa war schon etwa 1000 n. Chr. für hochwertiges Sandelholz bekannt, das zu dieser Zeit schon im großen Stil exportiert wurde. Damals existierten auf Sumbawa drei Sultanate, im Osten Bima, in der Mitte Tambora und im Westen Sumbawa. Sie hatten alle drei eine jeweils eigenständige Kultur und Sprache. Zu Bima gehörte noch im 17. Jahrhundert Sumba, Solor und ein Stück von Flores. Die natürlichen Ressourcen der Insel lockten immer wieder Eroberer an, es kamen beispielsweise 1605 die Niederländer, die Sumbawa allerdings nie richtig regierten. Auch die balinesische Gelgel Dynastie unterwarf eine kurze Zeit lang den Westen des Eilandes. Aber auch Javanesen, Massakaresen und Japaner versuchten sich immer wieder an Sumbawa. Der wirtschaftliche Niedergang Sumbawas kam nach dem verheerenden Ausbruch des Vulkans Tambora, der über 71.000 Menschenleben forderte. Die meisten davon verhungerten, weil große Teile ihrer Anbauflächen unter dicken Ascheschichten verschwanden. Im Zuge der Unabhängigkeit Indonesiens am 17. August 1945 wurde Sumbawa ein Teil der Provinz Nusa Tenggara Barat mit Hauptstadt Mataram auf Lombok. Es gibt seitens der indonesischen Regierung Pläne, Sumbawa zu einer eigenständigen Provinz zu machen. Dazu liegen uns aber noch keine näheren Informationen vor (Stand 2014).

Die Inseln rund um Sumbawa

West Sumbawa: Susait, Dua, Belang, Songi, Ular, Kenawa, Natano

Sumbawa Besar: Panjang Island, Saringi, Kemudang, Ayer Tawat, Romo, Medang Island

Saleh Bay: Moyo, Dangar Besar, Liang, Ngali, Tengar, Kelapang, Dompo, Takebo, Paming, Lipa, Rakit

Dompu: Pulau Besar, Pulau Nisa Pudu, Pulau Nisa Rate

Bima: Satonda, Sangeang, Sanai, Matagate, Banta

Artikelbild: © trubavin / Shutterstock