Rinjani National Park (Taman Nasional Gunung Rinjani)

Nebel im Gunung Rinjani Nationalpark, Lombok

Im Gunung Rinjani Nationalpark auf Lombok hüllt sich die Landschaft im Hochland oft geheimnisvoll in den Nebel. Foto: © Shahrul Azman / Shutterstock

Der 3726 Meter hohe Vulkan Gunung Rinjani und seine Caldera werden seit 1997 durch den Gunung Rinjani National Park geschützt. Der Park ist ein wichtiges Naturschutzgebiet und nahezu der einzige nutzbare Trinkwasserspeicher der Insel Lombok. Der Taman Nasional Gunung Rinjani, so sein indonesischer Name, hat eine Kerngröße von 41.330 Hektar und umschließt dazu noch weitere 66.000 Hektar umliegende Waldgebiete.

2008 schlug die indonesische Regierung der UNESCO den Gunung Rinjani als einen der offiziellen Geoparks, den ersten seiner Art in Indonesien, vor, was die UNESCO nach Prüfung auch anerkannte. Als Geoparks werden Gebiete mit landschaftlichen oder geologischen Besonderheiten ausgezeichnet. Sie stellen keine eigenständige Kategorie von Schutzgebieten dar, vielmehr bieten sie die Möglichkeit den Schutz von Naturdenkmälern mit einer touristischen Entwicklung zu verbinden. Und genau darum geht es den verantwortlichen Stellen auf Lombok, denn die Insel soll touristisch entwickelt werden.

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Das Potential zum Besuchermagnet hat der Nationalpark auf alle Fälle, neben der unglaublichen Artenvielfalt und den anspruchsvollen Wanderstrecken verstecken sich in den Wäldern des Parks so einige geheimnisvolle Schönheiten. Imposante Wasserfälle beispielsweise und begehbare Höhlen wie Goa Payung, Goa Manik und Goa Susu. Und natürlich der gewaltige Gunung Rinjani mit seinen Ausläufern, der Hochebene von Sembalun und der Kratersee Segara Anak.

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Flora und Fauna

Der Gunung Rinjani Nationalpark wird bestimmt durch die Flora und Fauna zweier großer Faunenregionen. Zwischen Bali und Lombok verläuft die sog. Wallace Linie, die Trennlinie welche die asiatische Flora und Fauna von der australischen trennt. Natürlich ist das keine strikte Linie, sondern eher eine Übergangszone und so finden sich auf Lombok Aspekte beider Welten. Der Park weist eine große Anzahl an Pflanzen und Tieren auf, wobei viele der Tiere durch den dichten Regenwald schwer aufzuspüren sind, wenn man nicht weiß wo man suchen muss. Relativ oft lässt sich früh am Morgen der scheue schwarze Haubenlangur, auf indonesisch Lutung, blicken, eine zierliche Affenart die bis zu 65 cm groß wird und einen bis zu 90cm langen Schwanz besitzt. Auch der kleinere Mützenlangur, der seinen Namen von seinem auffälligen Haarschopf hat, lässt sich zuweilen beobachten.

Gelbhaubenkakadu im Gunung Rinjani Nationalpark, Lombok

Einer der berühmten Gelbhaubenkakadus, die es im Gunung Rinjani Nationalpark sehr häufig zu sehen gibt. Foto: © leisuretime70 / Shutterstock

Der Mähnenhirsch oder Rusa ist in den dichten Wäldern heimisch und läuft dem aufmerksamen Wanderer über den Weg. Ebenso der etwas kleinere Muntjak oder Kijang, der aufgrund seiner bellenden Alarmlaute im englischen Sprachgebrauch auch Barking Deer, also bellender Hirsch genannt wird. Wildschweine (Bali Hutan), Palm Civete (Ujat), Stachelschweine (Landak) oder sogar Leoparden (Bodok alas) gibt es in den Wäldern.

Weiter oben in den Bäumen leben unglaublich viele bunte Vogelarten, darunter auch der berühmte Gelbhaubenkakadu oder der Schwarznackenpirol. Im Jahre 2003 und nach 10 Jahren Forschung wurde die Rinjani-Eule als neue endemische Eulenart anerkannt. Zuvor wurde sie als Molukken-Eule bezeichnet. Viele der Insekten, Vögel und Affen leben in den wilden Feigenbäumen (Beringin) und von ihren Früchten. In den höheren Lagen dominieren Kiefernarten das Bild, es gibt zudem Orchideen und sogar Edelweiß (Bunga Abadi). Des weiteren finden sich hier der Amerikanische und der Indonesische Mahagoni und diverse Asterngewächse.

Touren im Park und zum Rinjani

Die Touren zum Gunung Rinjani oder zum Kratersee sind sehr anspruchsvoll. Neben der geeigneten Ausrüstung ist vor allem genügend Kondition erforderlich um auch mehrstündige steile Aufstiege zu meistern. Feste Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung sind absolute Grundvoraussetzung. Denn so warm Lombok auf Meeresniveau auch ist, auf mehreren Tausend Metern Höhe kann es bitterkalt werden und es weht ein kräftiger Wind. Zudem ist die Gegend oft nebelverhangen und die Wege sind steil und glitschig. Es gibt giftige Schlangen, stechende Insekten und stachelige Pflanzen.

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Anfahrt zum Park:

Der Rinjani National Park (Taman Nasional Gunung Rinjani) erstreckt sich rund um den Vulkan Gunung Rinjani und lässt sich von einigen der umliegenden Ortschaften, allen voran Senaru und Sembalun erkunden. Dazu wird dringend ein einheimischer Führer empfohlen, denn die Wege sind kaum ausgeschildert und in den höheren Lagen ist die Region nicht ungefährlich.

Sowohl Sembalun als auch Senaru sind per Bemo oder mit privatem Transport von Mataram, Senggigi oder dem Flughafen leicht zu erreichen. Der Park kostet eine geringe Eintrittsgebühr, die dabei hilft seinen Schutz aufrecht zu erhalten. Zu entrichten ist diese Gebühr dem Rinjani Trek Management Board (RTMB) das seinen Hauptsitz im Lombok Raya Hotel in der Jalan Panca Usaha 11 in Mataram hat und Büros im Rinjani Trek Center in Senaru und im Rinjani Information Center in Sembalun betreibt.

Koordinaten: Süd 8°23’00.00 Ost 116°24’00.00

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Mit steigendem Touristenaufkommen auf Lombok stieg auch die Zahl der Besucher die den Rinjani, die Caldera mit dem Segara Anak See, den Minivulkan Barujari sehen oder gar den Gipfel des Rinjani erklimmen möchten. Die Wege in dieser Region sind allerdings nicht ungefährlich, so sind auch immer mal wieder Unfälle, teils mit Todesfolge, zu berichten. Während der Regenzeit von Dezember bis März sind die Routen generell geschlossen, da es bei Regen zu gefährlich wird sie zu begehen. Der Gunung Rinjani, bzw. der kleine Gunung Baru Jari sind nach wie vor aktiv, die letzten größeren Ausbrüche fanden 2010 statt. In Zeiten stärkerer vulkanischer Aktivität kann die Parkverwaltung auch kurzfristig die Region um den Rinjani sperren.

Der Park und insbesondere der Rinjani selbst sollten nur mit einem ausgebildeten Führer betreten werden. Dieser kennt die Wege und die Gefahren am Berg. In letzter Zeit boten sich allerdings auch Führer an, die nicht zum Personal des Parks gehören oder von der Parkverwaltung autorisiert wurden. Hier ist etwas Vorsicht geboten, nicht alle davon kennen sich wirklich aus. Eine Liste der Führer ist bei der Parkverwaltung „Rinjani Trek Management Board“ erhältlich. Die hat ihren Hauptsitz im Lombok Raya Hotel in Mataram und Büros im Rinjani Trek Center in Senaru und im Rinjani Information Center in Sembalun, also nur auf der Insel Lombok. Angeblich offizielle Büros auf Bali oder auf anderen Inseln sind keinesfalls offiziell und sollten gemieden werden. Zumal sie in der Regel einen ordentlichen „Touristenaufschlag“ berechnen.

Die bekanntesten Routen zum Rinjani

Zum Gunung Rinjani, dem Gunung Baru Jari oder dem Kratersee Segara Anak führen einige mehr oder weniger bekannte Routen. Sie alle erfordern einen ortskundigen Führer, so dienen die folgenden Informationen nicht etwa als Wegweiser, sondern nur als Hilfe für die richtige Auswahl. Die Zeitangaben beziehen sich auf geübte Wanderer und können stark abweichen. Zudem kann sich vor Ort immer mal etwas ändern, die folgenden Angaben sind also ohne Gewähr und ohne Garantie auf Vollständigkeit.

1. Von Senaru aus

Der Startpunkt dieser Route liegt im kleinen Dorf Senaru, nördlich des Gunung Rinjani am Rande des Nationalparks. Zu erreichen ist der Ort in etwa 2,5 Stunden von Mataram oder Senggigi aus und er ist quasi der Haupteingang zum Park. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es vor Ort, überwiegend einfache Unterkünfte, dazu einige Cafes und Restaurants die lokale Spezialitäten anbieten. Informationen und Bergführer finden sich im Rinjani Trek Center am Rand des Dorfes, hier wird auch der Eintritt für den Park bezahlt und eventuell benötigte Träger werden hier engagiert. Es werden verschiedene kleinere Touren rund um den Ort angeboten, vom halbstündigen Spaziergang bis zur halbtägigen Wanderung durch die Reisfelder und die Wälder. In der Nähe gibt es imposante Wasserfälle, urwüchsige Landschaften und für Frühaufsteher spektakuläre Sonnenaufgänge zu sehen. Wer zum Rinjani hinauf will, der sollte bis zur Caldera zwei und bis zum Gipfel drei Tage einplanen. Die nötige Ausrüstung bekommt man vor Ort, inkl. Führer und Träger. Es ist zwar nicht verboten alleine loszuwandern und der Weg wäre an sich nicht schwer zu finden, allerdings sind die Gefahren für Ortsunkundige schwer einzuschätzen und schnelle Hilfe ist ohne Begleitung kaum zu erwarten.

Zunächst führt die Route bis zu einem Vorzeige-Sasak-Dorf auf etwa 650 Metern Höhe. Danach geht es in den dichten Regenwald, der allerdings stellenweise durch Holzfäller arg gelichtet wurde. Nach etwa 3,5 Stunden steilem Anstieg durch den Wald gelangt man zur sog. Position II auf 1570 Metern Höhe. Hier kann notfalls übernachtet werden, wenn auch unbequem und es gibt eine Quelle die aber nicht immer Wasser führt. In dieser Höhe hängt bereits der Nebel in den Bäumen, Regenkleidung ist durchaus angebracht und es kann schon empfindlich kalt werden. Spätestens bei Position III auf 1950 Metern wird es ziemlich sicher kühl. Dort gibt es eine einfache Hütte in der es sich übernachten lässt. Sofern noch Platz ist, worauf man sich in der Hochsaison nicht verlassen sollte. Die nächste Übernachtungsmöglichkeit gibt es erst vier Stunden später bereits am Kratersee oder an einer der heißen Quellen. Der Weg dorthin liegt schon über der Baumgrenze und zunächst wird es sehr steil. Der Blick reicht schon bis nach Bali und spätestens am Kraterrand auf 2650 Metern Höhe verschlägt einem die Aussicht sowieso den Atem. Immer vorausgesetzt, die Gegend versteckt sich nicht hinter den Wolken, was besonders am späten Nachmittag oft der Fall ist. Nun folgt der steile und rutschige Abstieg zum See hinunter, für den noch einmal zwei Stunden eingeplant werden sollten. Die heißen Quellen sind schwefelhaltig und das Wasser kommt mit 70°C aus dem Felsen. Gerade bei nasskalter Witterung ist es eine Überwindung, sie wieder zu verlassen.

Der Aufstieg zum Gipfel des Rinjani ist vom See aus in 6 Stunden machbar. Allerdings nur für geübte Wanderer, denn der Weg ist steil und ungesichert. Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Sonnenaufgang, für den man aber spätestens um Mitternacht aufbrechen und den Berg fast im Laufschritt nehmen muss. Das alles nur in einer klaren Nacht, alles andere ist zu riskant. Ist die Tortour überstanden, entschädigt der Blick über Lombok bis nach Bali oder Sumbawa aber für alle Leiden.

2. Von Sembalun aus

Sembalun Lawang und Sembalun Bumbung liegen östlich des Rinjani und sind zwei reiche Ortschaften die in der Hochebene von Sembalun liegen, was so manchen Besucher nicht wenig überrascht. Denn die Gegend wirkt auf den ersten Blick recht isoliert und unwirtlich. Der Boden ist allerdings sehr fruchtbar und es wird neben Reis und Gemüse auch ein hochwertiger Knoblauch angebaut. Hier befindet sich auch das Überwachungszentrum für die vulkanischen Aktivitäten des Gunung Rinjani und seines Minivulkans Baru Jari der für die letzten Ausbrüche verantwortlich war. In der Gegend lassen sich viele kleinere Wanderungen unternehmen, es gibt traditionelle Dörfer zu sehen und jede Menge Kultur der Sasak. Einfache Unterkünfte stehen zur Verfügung und es gibt das Rinjani Information Centre. Dort lassen sich Führer, Ausrüstung und Träger buchen, wenn es zum Rinjani gehen soll. Von hier aus steigen die Wanderer auf den Vulkan die es primär auf den Gipfel abgesehen haben und weniger auf den Kratersee. Der Weg dort hin führt zunächst durch das offene Grasland der Hochebene, das als Weideland für Rinder genutzt wird. Eine kurze Rast ermöglichst die Position I auf etwa 1300 Metern. Zwei Stunden später erreicht man Position II Tengengean auf 1500 Meter mit einem tollen Blick auf den Gipfel des Rinjani.

Nach einer weiteren Stunde folgt Position III Pada Balong auf 1800 Metern und danach geht es steil durch den Wald hinauf. Hier finden sich verschiedene Kiefernarten und möglicherweise lassen sich Wildschweine und Langschwanzmakaken blicken. Die nächste Station ist dann schon der Kraterrand auf 2639 Metern, wo man im mitgebrachten Zelt übernachten kann. Ganz früh am Morgen geht es weiter mit einem recht anstrengenden dreistündigen Aufstieg zum Gipfel über vulkanisches Geröll. Ist das geschafft, folgt die Belohnung mit einem atemberaubenden Blick bis nach Bali mit dem Gunung Agung oder nach Sumbawa und natürlich zum Kratersee Segara Anak und dem Minivulkan Baru Jari. Anschließend geht es zurück zum Kraterrand, vorbei an einigen Edelweiß (Bunga Abadi), die man hier kaum vermutet hätte. Nun kann über die Aufstiegsroute wieder abgestiegen werden, alternativ bietet es sich an in 2-3 Stunden hinab zum Kratersee zu laufen und dort noch einmal zu übernachten. Es gibt rundherum zahlreiche heiße Quellen die speziell an nasskalten Tagen durchaus willkommen sind. Am nächsten Morgen geht es entweder zurück nach Sembalun oder nach Senaru, dem anderen Ort am Nationalpark. Beide Varianten erfordern wieder den Aufstieg zum Kraterrand. Der Weg nach Senaru führt nach Erreichen der Baumgrenze durch dichten Wald hinab in den kleinen aber sehenswerten Ort wofür aber schon 6-7 Stunden eingeplant werden sollten.

3. Die Torean Route

Die Torean Route ist ein weiterer Weg zum Gipfel des Rinjani und zum Kratersee Segara Anak. Allerdings ist sie deutlich anspruchsvoller und gefährlicher als die beiden Routen von Senaru oder Sembalun. Viele der Führer und Träger meiden sie weil sie sehr anstrengend ist und die meisten Wanderer sehen das genauso, es sind nur sehr wenige die sich diese Strecke zutrauen. Die Route dauert 2-4 Tage, sie ist nur bei trockenem Wetter begehbar und generell nur von Juli bis Oktober ratsam. Recht früh am Morgen geht es mit dem Geländewagen in den kleinen Ort Torean, nordöstlich des Rinjani. Von dort führt der Weg rund 3,5 Kilometer in etwa 5 Stunden zum Kraterrand hinauf. Unterwegs passiert man spektakuläre Täler mit noch spektakuläreren Ausblicken. Am Kraterrand erfolgt die erste Übernachtung. Ganz früh am Morgen führt die Route über rutschiges vulkanisches Geröll hinauf zum Gipfel des Rinjani. Warme Kleidung ist angesagt, denn es weht so früh am Morgen ein eisiger Wind. Nach 4-5 Stunden Aufstieg wird der Gipfel erreicht und die atemberaubende Aussicht bis nach Bali oder Sumbawa lässt einen die Mühen des Aufstiegs schnell vergessen. Danach geht es wieder hinunter zum Kraterrand, danach zum Kratersee Segara Anak und über die oben beschriebenen Routen entweder zurück nach Torean oder nach Senaru bzw. Sembalun.

4. Von Timbanuh aus

Von Süden her nähert sich die wenig bekannte Route die im Ort Timbanuh startet. Sie führt hinauf zum südlichen Kraterrand mit atemberaubendem Blick auf den Rinjani, oder hinüber nach Bali. Am Rand kann übernachtet werden, denn der Aufstieg dauert gut und gerne 8 Stunden. Ein Führer muss vorher organisiert werden, denn in Timbanuh ist die Infrastruktur für Wanderer noch nicht so ausgebaut. Am nächsten Tag folgt der Abstieg zum Kratersee Segara Anak, der dann entweder per Boot überquert oder auf gleicher Route wieder verlassen wird. Das Boot muss natürlich selbst mitgebracht werden, einen Bootsverleih gibt es (noch) nicht. Wird der See überquert, stehen sowohl die Besuche der heißen Quellen als auch die Abstiege nach Sembalun oder Senaru offen. Und natürlich der Aufstieg zum Gipfel des Rinjani wie weiter oben schon beschrieben.

5. Von Aik Berik (Aik Darek) aus

Das Dorf Aik Berik im Zentrum Lomboks liegt etwa 27 Kilometer östlich von Mataram. Die Gegend ist bekannt für zwei Wasserfälle, den Benang Kelambu Wasserfall und den Benang Stokel Wasserfall. An ihm beginnt die Route zum Rinjani nach einer halbstündigen Fahrt mit dem Jeep. Der Weg führt zunächst durch dichten Wald und bis zum Kraterrand hinauf dauert es ungefähr 6 Stunden. Von hier ist der Kratersee Segara Anak in etwa 3 Stunden zu erreichen. Unterwegs gibt es imposante Wasserfälle wie den Tiara Dewi Anjani Wasserfall und mit etwas Glück auch Wildtiere zu sehen. Diese Route wurde früher von Jägern und Fischern benutzt die ihr Glück in den Wäldern und dem See suchten. Sie bietet einen völlig anderen Blickwinkel auf den Rinjani als die bekannten Routen von Senaru oder Sembalun aus. Soll der Gipfel des Rinjani erreicht werden, muss der Kratersee wie bei der Timbanuh-Route mit einem Boot überquert werden, das Boot muss man natürlich selber mitbringen. Nach der Überquerung stehen alle bekannten und oben beschriebenen Routen offen.

Rinjani Mulang Pakelem Zeremonie

Die jährlich am Kratersee Segara Anak auf 2000 Metern Höhe stattfindende hinduistische Zeremonie Mulang Pakelem zieht regelmäßig Hunderte von Teilnehmern an, im Jahre 2006 waren es über 500. Im Rahmen von Mulang Pekelem beten die Menschen für Sicherheit und Erfolg im Leben. Die Tradition reicht zurück auf die Zeit als die ersten Hinduisten im 18. Jahrhundert in West Lombok siedelten und mit Dürreperioden und Epidemien zu kämpfen hatten. Der Tradition zufolge hatte der damalige König eine apokalyptische Vision und um die Katastrophe zu verhindern, veranstaltete er eine Serie von Zeremonien bei denen am Kratersee Segara Anak Opfergaben aus Gold, Silber, Kupfer, Fisch und Meeresfrüchte dargebracht wurden. Der See gilt den Hindus als heiligster Platz Lomboks und so findet das Fest seitdem jedes Jahr vor der Regenzeit statt. Am Ende der Feierlichkeiten wird das geheiligte Wasser des Sees ins Tal getragen um das Vieh und die Felder zu weihen. Wer gerade zu dieser Zeit auf Lombok verweilt, der sollte sich das Schauspiel nicht entgehen lassen.

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