Sembalun Lawang und Sembalun Bumbung

Gunung Rinjani von Sembalun, Lombok

Der Blick auf den mächtigen Gunung Rinjani, der sich von Sembalun aus bietet, macht Lust auf ausgedehnte Wanderungen.

Sembalun Lawang und Sembalun Bumbung sind zwei kleine aber reiche Ortschaften östlich des Gunung Rinjani in der Hochebene von Sembalun, auf 1156 Metern über dem Meeresspiegel. Was so manchen Besucher an dieser Stelle nicht wenig überrascht, denn die Gegend wirkt auf den ersten Blick recht isoliert und unwirtlich. Der Boden ist allerdings sehr fruchtbar und es wird neben Reis und Gemüse auch ein hochwertiger Knoblauch angebaut. Die beiden Orte Sembalun Lawang und Sembalun Bumbung liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt und sind ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen zum Gunung Rinjani und zu seinem Kratersee Segara Anak.

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[/artikel-vorschau][hr]Die traditionellen zumeist einstöckigen Holzhäuser in den beiden Ortschaften sind umgeben von schroffen Hügeln, den Ausläufern des Rinjani Massivs. Die Gegend ist geprägt von traditioneller Landwirtschaft, Feldern und Viehhaltung, das Klima ist in dieser Höhe schon angenehm kühl und die Luft ist wohltuend klar.

Sembalun Lawang

Sembalun Lawang ist einer der Ausgangspunkte für Besteigungen des Gunung Rinjani oder seines Kratersees Segara Anak, wobei von hier aus in der Regel die Wanderer starten die primär den Gipfel im Visier haben. Informationen und Führer lassen sich im Rinjani Information Centre buchen, hier wird auch der Eintritt in den Gunung Rinjani Nationalpark entrichtet. Ganz in der Nähe befindet sich das Überwachungszentrum für die vulkanischen Aktivitäten des Gunung Rinjani und seines Minivulkans Baru Jari der für die letzten Ausbrüche verantwortlich war. Der Weg zum Gipfel ist je nach Route in 2-3 Tagen zu bewältigen und führt zunächst durch das Grasland der Hochebene von Sembalun und danach über den Kraterrand zum Gipfel hinauf. Eine genaue Routenbeschreibung findet sich im Artikel über den Gunung Rinjani Nationalpark … >>

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Anreise nach Sembalun:

Zu erreichen sind die beiden Orte über eine steile Straße von der nördlichen Küstenstraße (Mataram, Senggigi) aus oder über eine ebenso steile Strasse von der südlichen Küstenstraße (Kuta) aus. Es verkehren Bemos, komfortabler ist es allerdings, sich einen Fahrer zu nehmen.

Koordinaten Sembalun Lawang:
Süd 8°21’48.60 Ost 116°32’02.03
Koordinaten Sembalun Bumbung:
Süd 8°22’54.75 Ost 116°29’55.69

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Aber auch für nicht-Bergsteiger hat der Ort einiges zu bieten. Viele der traditionellen Häuser sind gut restauriert und bieten tiefe Einblicke in die Lebensweise der Menschen hier und ihrer Kultur. Es sind einige aktive Künstler und Weber ansässig die nicht nur ihre Waren verkaufen sondern Besuchern auch gerne zeigen wie sie arbeiten. Kleinere Wanderungen in der Umgebung sind absolut zu empfehlen, die Landschaft ist wunderschön und es gibt zahlreiche interessante Pflanzen und Tiere zu sehen.

Sembalun Bumbung

Das Dorf Sembalun Bumbung liegt ein paar Kilometer südlich von Sembalun Lawang. Auch hier dominieren kleinere, zumeist einstöckige Häuser die sich um die Dorfmoschee gruppieren. In beiden Orten finden sich noch die traditionellen Häuser der Sasak, der überwiegenden Volksgruppe auf Lombok. Da Sembalun Bumbung noch immer ein ganz normales Dorf mit eher bescheidener touristischer Infrastruktur ist, sind auch die traditionellen Häuser noch authentisch. Sie werden ganz normal bewohnt, können aber durchaus hin und wieder besichtigt werden, Führungen werden vor Ort angeboten.

Ökologie der Hochebene

Auf der Hochebene von Sembalun und an den Hängen des Vulkans Gunung Rinjani wird es schon mal empfindlich kalt, insbesondere in der Nacht. Aber so bald die Sonne scheint, ist es angenehm warm und eine wahrlich paradiesische Szene bietet sich dem Betrachter. Chili, Kohl, Salate, Obst, Tomaten, Reis und Knoblauch gedeihen prächtig, allerdings ist die Anbaufläche recht knapp bemessen. Die steilen Hänge können kaum landwirtschaftlich genutzt werden und ein großer Teil der flachen Hochebene liegt im Nationalpark Gunung Rinjani und steht für die konventionelle Landwirtschaft nicht zur Verfügung.

Andere Bereiche werden seit je her für die Viehzucht verwendet. Leider hat die Einführung der industriellen Landwirtschaft, wenn auch in relativ geringem Maße, die naturbelassenen Gebiete erheblich dezimiert. Wald wurde gerodet und der Wasserhaushalt empfindlich überlastet. Der Schutz der Region durch den Nationalpark seit seiner Gründung im Jahre 1997 hat das Schlimmste verhindert. Von den insgesamt 24.000 Hektar Land das in die Region um Sembalun fällt, werden nur noch etwa 4000 landwirtschaftlich genutzt, der Rest steht unter Naturschutz. Hier dürfen weder Bäume gefällt, noch Tiere gejagt werden. Problematisch für den Park sind allerdings die immer noch frei laufenden Rinder und wiederkehrende Waldbrände.

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Artikelbild: © Matej Hudovernik / Shutterstock