Pura Goa Lawah, der Fledermaustempel

Trommelturm des Pura Goa Lawah, Bali

Der Pura Goa Lawah ist auch als Fledermaustempel bekannt. Auf dem Bild ist der imposante Trommelturm zu sehen

Der Pura Goa Lawah ist einer der wichtigsten Tempel Balis und liegt an der Steilküste im Osten der Insel zwischen den Orten Kusamba und Padang Bai. Der nicht sonderlich große Pura Goa Lawah wird auch Fledermaushöhle oder Fledermaustempel genannt, denn er beherbergt in einer Höhle tausende von Fledermäusen die an sich schon einen Besuch wert sind. Dicht an dicht hängen sie an der nicht all zu hohen Höhlendecke und lassen sich weder von Touristen stören, noch von den zahlreichen Zeremonien und Prozessionen die hier stattfinden. Ganz im Gegenteil, mischt sich das Gepiepse der Tiere auf recht interessante Weise mit den menschlichen Stimmen.

Es rieht ein wenig nach Fledermaus-Guano und auch die umliegenden Dächer sind damit bedeckt, denn so bald die Dämmerung hereinbricht, verlassen die Tiere ihre Höhle und gehen auf Futtersuche. Die Fledermäuse und ihre Höhle sind gesetzlich geschützt und für die Gläubigen heilig, so dass sich die Population über Jahrhunderte hinweg ungestört entwickeln konnte. Der im Jahre 1007 von Empu Kuturan gegründete Tempel ist für alle Dinge zuständig, die mit dem Tod und dem Jenseits zu tun haben und hat eine sehr große Bedeutung für die Balinesen. Er gehört zu den neun Reichstempeln und ist dem Gott Maheswara geweiht. Hier werden unter anderem Verbrennungszeremonien abgehalten und die Asche der Verstorbenen wird hier von den Priestern geweiht und ins nahe Meer gestreut.

Direkt vor der Höhle stehen einige Schreine an denen die Gläubigen ihre Opfergaben darbringen und ihre Gebete verrichten. Sie blockieren den Eingang in den Berg, denn das Felsgewölbe ist heilig und der Zugang verboten. Zudem ist der Boden knietief mit ätzendem Fledermauskot überzogen und die Tiere wären über eine Störung mehr als erbost. So weiß auch keiner so genau, wie groß die Höhle eigentlich ist. Für die Balinesen ist allerdings klar, dass sie sich 20-30km weit in den Berg erstrecken muss und einen Ausgang im Pura Besakih am Gunung Agung hat. Das würde eine wertvolle Verbindung zwischen der Ober- und der Unterwelt schaffen. Der Legende nach leben in ihr nicht nur Fledermäuse sondern auch zwei drachenartige Schlangen. Die Naga Basuki oder Sanghyang Basuki soll so etwas wie ein Verwalter oder Gott der Erde sein, der Glaube daran geht weit in die vorhinduistischen animistischen Glaubenssysteme hinein. Die zweite Schlange ist Antaboga, die Weltenschlange. Angeblich leben in der Höhle tatsächlich Pythons, die sich von den Fledermäusen ernähren.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde der Tempel zur Verehrung des Königs von Klungkung genutzt. Einst soll es einen Streit um die königliche Nachfolge gegeben haben, zwischen I Gusti Ngurah Agung Made und dem nicht als Nachfolger anerkannten I Gusti Ketut Agung. Dieser begab sich in die Höhle und sollte Thronerbe werden, wenn er den Gang durch den Berg überleben würde. Was er auch tat, er kam in Besakih heraus und wurde folglich als Nachkomme anerkannt, allerdings soll er von seinem Ausflug taub geworden sein. Im 19. Jahrhundert erlangte die Höhle eine ganz besondere Bedeutung, als Schutz vor den holländischen Truppen und als Symbol für den erfolglosen Freiheitskampf. Im Jahre 1904 trafen sich hier einige der Adligen Balis, um den letztendlich vergeblichen Widerstand gegen die Holländer zu besprechen.

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Anreise nach Goa Lawah:

Der Pura Goa Lawah liegt an der Ostküste Balis, zwischen den Orten Kusamba und Padang Bai. Fährt man die Küstenstraße von Candidasa in Richtung Klungkung entlang, kommt man etwa 10km vor Klungkung direkt daran vorbei. Jeder Tourguide kennt das Heiligtum und fast jedes Hotel kann eine Tour dorthin organisieren, wenn man nicht auf eigene Faust anreisen möchte.

Koordinaten: Süd 8°33’07.26 Ost 115°28’04.86

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Aktivitäten

In der Nähe des Tempels befinden sich einige gute Restaurants mit einem tollen Ausblick übers Meer bis zu den Nachbarinseln Nusa Penida und Lombok. Einige Geschäfte und zahlreiche Straßenhändler versorgen einen mit allem Nötigen und Unnötigen.

Etwa vier Kilometer südwestlich von der Tempelanlage liegt das kleine Fischerdorf Kusamba mit seinem tiefschwarzen Sandstrand. Bunte Fischerboote mit Ausleger (Jukung) säumen das Ufer und können für Tagesausflüge gemietet werden.

Auch die traditionelle Gewinnung von Meersalz durch das Verdampfen von Meerwasser lässt sich hier beobachten.

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