Klungkung / Semarapura

Klungkung im Osten Balis

Die kleine Stadt Klungung ist vor allem wegen der historischen Gerichtshalle Kerta Gosa berühmt

Klungkung, die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks hat etwa 20.000 Einwohner und ist seit 1992 offiziell unter dem Namen Semarapura bekannt. Sie ist ein wichtiger Handelsknotenpunkt auf der Straße in den Osten der Insel Bali und wir oft als klein-Denpasar bezeichnet. Auch hier erledigen die Menschen ihre Behördengänge, ihre Bankgeschäfte und kaufen all das ein, was es auf dem Dorf eben nicht gibt.
Für manche ist Klungkung auch nur ein Umsteigepunkt, Touristen fahren auf dem Weg in den Osten Balis meistens nur daran vorbei. Die Stadt und ihre Umgebung hatte schon immer einen besonderen Status auf Bali. Hier war lange Zeit der Sitz des ranghöchsten der vielen balinesischen Radschas, Dewa Agung. Die Paläste der Aristokraten waren immer wichtige Zentren der Kunst und Kultur der Insel. Im 15. Jahrhundert flohen die von Java vertriebenen Herrscher des Majapahit-Reiches hierher, wurden im etwa drei Kilometer südlich gelegenen Ort Gelgel sesshaft und gründeten die Gelgel-Dynastie.

Viel zu besichtigen gibt es in Klungkung zwar nicht, denn als die Holländer 1908 nach langjährigen Kämpfen das letzte aufständische Raja-Reich Balis eroberten, machten sie keine halben Sachen und zerstörten den Fürstenpalast und viele andere Gebäude. Der Raja, seine Familie und sein Hofstaat, insgesamt gut 200 Menschen, verübten demonstrativ Selbstmord als sie gegen die Übermacht der Holländer nichts ausrichten konnten. Aber einiges gibt es doch zu sehen, das riesige Puputan-Denkmal zum Beispiel, welches an den Selbstmord 1908 erinnert. Es handelt sich dabei um eine beeindruckende Stupa aus Vulkangestein. Klungkung ist zudem ein lebhafter und bunter Marktort der einen das balinesische Lebensgefühl spüren lässt. Ein paar Reste des Palastes sind auch noch vorhanden, so zum Beispiel der schwimmende Pavillon Kembang oder das ehemalige Südtor der Stadt.

Sehenswert ist auf jeden Fall auch die Gerichtshalle Kerta Gosa. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und ihre Decke ist über und über mit wunderschönen Deckenmalereien bedeckt. Klungkung war einige Jahrhunderte der Sitz des Obersten Gerichtshofes von Bali. Recht (oder Unrecht) gesprochen wurde hier je nach Anlass von Richtern, Priestern oder vom Raja höchstpersönlich. Die Deckenmalereien machen schnell deutlich, welche Strafen ein Verurteilter zu erwarten hatte. Hob der Angeklagte während des Prozesses den Kopf, kam er nicht umhin sich diese Malereien anzusehen auf denen Straftäter von Dämonen gekocht oder von Ratten gefressen werden.

Ehebrecher sind zu sehen, denen die Genitalien angesengt werden, Frauen müssen bei harter Folter in die Gesichter ihrer abgetriebenen Kinder blicken und über so manche der dargestellten Strafen möchte man gar nicht näher nachdenken. Überhaupt ist Klungkung bzw. Semarapura ein guter Ort um Balis Kunstgeschichte zu erleben. Bereits im 15. Jahrhundert begannen Maler damit, hier Paläste und Tempel zu schmücken. Neben der Gerichtshalle Kerta Gosa mit ihren farbenprächtigen Bildern findet sich auch im Museum Gunursa eine eindrucksvolle Sammlung der besten Kunst Balis. Der Maler Nyoman Gunursa investierte viel Zeit und Geld um diese Sammlung zusammenzustellen.

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Anreise nach Klungkung:

Klungkung alias Semarapura liegt an der Straße die von Balis Süden in den Osten führt und ist ein wichtiger Verkehrs- und Handelsknotenpunkt auf Bali. Von hier aus führen Straßen in alle Himmelsrichtungen und in alle Regionen Balis. Entsprechend gut ist die Stadt mit allen erdenklichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Koordinaten: Süd 8°31’27.37 Ost 115°24’19.85

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Aktivitäten

Die Stadt vermittelt das typische balinesische Großstadtflair, wenn auch eine Stufe kleiner als die Hauptstadt Denpasar. Zu besichtigen gibt es nicht wirklich viel, aber das Stadtleben ist an sich schon sehenswert.

Neben dem riesigen Puputan-Denkmal und ein paar Resten des Palastes ist vor allem die Gerichtshalle Kerta Gosa aus dem 18. Jahrhundert sehenswert mit ihren wunderschönen Deckenmalereien.

Wer sich für die balinesische Kunst und deren Geschichte interessiert, der wird im Museum Gunursa fündig, einer großen und bedeutenden Sammlung.

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