Bildhauer, Schnitzer und Architekten auf Bali

Neben der weltberühmten Musik und den zauberhaften Tanz- und Schauspielvorführungen ist Bali auch für sein Kunsthandwerk bekannt. Die Bildhauer und Architekten, die Astakosali gehören wohl zu den am meisten beschäftigten Handwerkergruppen Balis.

Bildhauer in seiner Werkstatt auf Bali

Bali ist bekannt für seine künstlerisch versierten Bewohner. Hier ein Bildhauer bei der Arbeit

Das am häufigsten verwendete Material für die Bildhauer auf Bali ist nämlich der weiche, hellgraue Tuff vulkanischen Ursprungs, den es auf der Insel überall gibt. Er wird an den Flussufern gebrochen und gleich noch vor Ort zu Blöcken verschiedener Größe verarbeitet.

Dieser lässt sich so leicht bearbeiten wie Holz, ist aber auch nicht viel beständiger. Aus diesem Material gefertigte Tempel, Statuen, Mauern und Brücken verwittern sehr schnell und machen häufige Reparaturen notwendig. Das sorgt dafür, dass den Bildhauern auf Bali niemals die Arbeit ausgehen wird.

Und den Schnitzern, den Undagi sowieso nicht, denn auch Holz verwittert. Speziell dann, wenn daraus Türen und Türrahmen hergestellt werden. Anders als die meisten Handwerkergruppen auf Bali bilden die Bildhauer und Schnitzer keine Gilden und sie leben auch nicht alle in einem Dorf zusammen.

Vielmehr sind es Spezialisten die weithin verstreut leben und je nach Bedarf auch in andere Regionen der Insel gerufen werden, wenn man sie dort benötigt. Aber auch diese Spezialisten halten sich streng an gewisse Regeln, was den Bau von Palästen und ganz speziell Tempelanlagen angeht.

Die zentralen Steine von Torbögen beinhalten beispielsweise immer einen Karang Bhoma oder einen Karang Saé, an anderen Stellen finden sich ein Karang Bintulu, oder in den Ecken ein Karang Asti. Oft werden verschiedene karang-Motive kombiniert oder mit ausufernder Pflanzenornamentik ergänzt. Im Laufe der Zeit hat sich die Kreativität der Künstler mit Einflüssen aus Indien, Java, aber auch China und Holland verbunden und zu dem geführt was man heute allenthalben bestaunen kann.

Die Holzschnitzer, die undagi, fertigen überwiegend Teile der Tempelarchitektur an, wie die sendi, hölzerne Sockel im Gebälk der Tempel, oder Tür- und Fensterrahmen. Ausserhalb der Tempel werden häufig kleine Figuren in Gestalt von Göttern und Dämonen angefertigt, die in Privathaushalten als Ständer für die Kris-Dolche dienen. Aber auch für Privathäuser werden kunstvoll mit Schnitzereien verzierte Türen und Fenster gefertigt.

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