Gamelan, die traditionelle Musik auf Bali

Die Insel Bali ist bekannt für ihre bunte und fröhliche Kultur, die dem Europäer oft exotisch und fremdartig vorkommt. Insbesondere die traditionelle Gamelan-Musik, die auf Java und Bali in jeweils unterschiedlichen Stilrichtungen beheimatet ist, kann recht gewöhnungsbedürftig sein.

Gamelanorchester bei Theateraufführung, Bali

Solche Gamelanorchester sind typisch für Tanz, Theater und Zeremonien im balinesischen Kulturkreis

Schon morgens beim Frühstück kommt es vor, dass man sich in Gesellschaft einiger Musiker wiederfindet, die das Buffet mit balinesischer Tischmusik untermalen.

Tagsüber bei Tanzaufführungen, abends im Restaurant oder zu jeder der vielen balinesischen Zeremonien, immer und überall stößt man auf Gamelan. Wer sich nicht damit anfreunden kann, hat auf Bali ein echtes Problem. Wobei die Musik an sich nicht unangenehm ist, lediglich für den Europäer anfangs etwas ungewohnt.

Ungewohnt vor allem deshalb, weil diese Musik mit einem Tonsystem arbeitet dass sich von unseren europäischen Systemen signifikant unterscheidet. Das erzeugt ein für uns fremdartiges Klangbild, das allerdings meist einen mitreißenden Rhythmus besitzt.

Gespielt wird Gamelan Musik in kleinen Gruppen bis hin zu großen Orchestern. Folgt man den Klängen auf der Straße, landet man unweigerlich bei einer der farbenprächtigen Tempelzeremonien, Prozessionen, Feiern oder Tanz- und Theateraufführungen. Mitlaufen lohnt sich also meistens, wenn man an Land und Leuten interessiert ist. Nahezu jeder Ort auf Bali hat sein eigenes Gamelan Orchester, die Instrumente sind Gemeinschaftseigentum denn sie sind groß und teuer.

Das Instrumentarium eines solchen Orchesters besteht aus verschiedenen Blechinstrumenten, aus Metallophonen mit bronzenen Klangplatten und -schalen, Gongs und Trommeln, Maultrommeln und je nach Stilrichtung und Anlass Angklungs, Flöten, Rebabs, Xylophonen sowie Sängern und Tänzern.

Noten gibt es übrigens nicht, Gamelan wird improvisiert und die Techniken werden mündlich vom Lehrer an den Schüler weitergegeben. Die solistischen Instrumente improvisieren dabei über der Grundmelodie die von den Metallophonen vorgegeben wird.

Die mit der Musik erzeugte Stimmung ist sehr variabel und hängt von der Zusammensetzung des Ensembles und deren sozialen oder religiösen Funktionen ab. Es gibt Gamelans mit 4, 5 und 7 Tönen pro Oktave. Die teils ungewohnten Harmonien entstehen durch die selbst hergestellten runden Klangplatten und gezielt eingebauten Dissonanzen die für den Gamelantypischen flimmernden Klang sorgen.

Neben Gamelan-Orchestern mit Metallophonen gibt es zuweilen auch Gamelan-Orchester mit Holzinstrumenten. Besonders interessant ist dabei das Bambus-Gamelan (Jegog), mit über 3 m langen Idiophonen.

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