Gold- und Silberschmiede auf Bali

Neben der weltberühmten Musik und den zauberhaften Tanz- und Schauspielvorführungen ist Bali auch für sein Kunsthandwerk bekannt. Die Gold- und Silberschmiede, die pandé mas, sind auf Bali für die Produktion von goldenen und silbernen Opfergefäßen, Dolchgriffen, Betelschalen und natürlich Schmuck zuständig.

Silberarbeit in Celuk, Bali

Der Ort Celuk ist einer von Balis Handwerkerorten. Hier sind vor allem die Gold- und Silberschmiede ansässig

Besondere Kunstfertigkeit erfordert die Herstellung goldener oder silberner Griffe für die berühmten Keris-Dolche, die Danganan oder Landéyan in Menschengestalt, die Kocèt-Kocetan in Form eines Käfers und die Locèng aus Goldgeflecht.

Solche Griffe sind nur für Angehörige höherer Kasten bestimmt, Angehörige niederer Kasten müssen sich mit einem Keris-Dolch mit Holzgriff begnügen. Die Varianten in Menschengestalt sind besonders schwierig herzustellen.

Zuerst muss ein Stück Goldblech zu einem Zylinder gebogen und an einem Ende verschlossen werden. Dann wird dieser Zylinder über einen Metallstab geschoben, der an seinem Ende verschiedene Treibwerkzeuge besitzt. Durch gezielte Hammerschläge wird die gewünschte Form nun von innen nach außen getrieben. Meist stellen die Gestalten Dämonen mit gewelltem Haar dar, wie Rāwana, Bhoma oder Bayu. Die Griffe sind mit Edelsteinen und Halbedelsteinen besetzt.

Ebenso von den Pandé Mas hergestellt wurden die Lelancang. Dies sind kunstvoll gearbeitete Schalen aus Gold, verziert mit Götterfiguren, Tiergestalten oder Pflanzenmustern. Diese Schalen trug man den früheren Fürsten als Zeichen ihrer Macht und ihres Reichtums hinterer.

Auch Zubehör für die Zutaten des Betelpriems, des Kautabaks werden von den Goldschmieden gefertigt und natürlich Schmuck in allen möglichen Formen und Varianten. Diesen fertigen sie auch heute noch an, meistens für Touristen aber natürlich auch für wohlhabende Einheimische. Genau wie die Opfergefäße und Weihwasserschalen, die ja auch heutzutage nach wie vor benötigt werden.

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