Biorock – Gili Trawangan

Taucher in künstlichem Biorock Riff, Indonesien

Mit Hilfe des Biorock-Verfahrens werden in Indonesien zerstörte Riffe wieder aufgebaut.

Biorock ist ein ganz spezieller Tauchspot im Südosten der kleinen Insel Gili Trawangan. Diese liegt westlich von Lombok und ist in Taucherkreisen für ihre atemberaubenden Tauchspots berühmt. Bis vor etlichen Jahren wurde rund um die Gili-Inseln allerdings noch Dynamitfischerei betrieben, was viele der Riffe komplett zerstört hat. Zwar sind für Tauchtouristen immer noch viele intakte und wunderschöne Stellen übrig geblieben, aber es gibt Bestrebungen auch die zerstörten Riffe wieder aufzubauen.

[angebote ids=“7634,7659″][hr]

Unter anderem eben am Tauchplatz Biorock, benannt nach der Biorock-Methode die hier zur Anwendung kommt. Das künstliche Riff vor der Gili Trawangan war das erste seiner Art auf den Gilis und wurde 2004 installiert.

[map lon=“116.040222″ lat=“-8.345389″ zoom=“13″ resize=“false“ files=“tauchspots-trawangan-b.csv“][/map]
Betrieben wird das Projekt auf den Gilis von einer Organisation namens „Gili Eco Trust“. Sie wurde im Jahre 2000 gegründet, mit dem Ziel, die wertvollen Korallenriffe vor weiterer Zerstörung durch destruktive Praktiken der Fischer und Touristen zu schützen. Mittlerweile gibt es über 100 künstliche Riffformationen rund um die Gili-Inseln und es werden laufend mehr. Betauchbar ist der Spot Biorock für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen, die Tauchtiefe liegt zwischen 3 und 18 Metern und das Wasser ist mit 25 bis 30°C tropisch warm. Der Tauchplatz ist freilich etwas anders als die gewohnten Riffe. Auf einem sanften Sandhang stehen mehrere Käfige aus Metall, auf denen sich bereits eine Menge weicher und harter Korallen sowie Schwämme angesiedelt haben. Das Ganze sieht immer noch recht futuristisch aus, was den Spot aber umso interessanter macht. Besonders für Unterwasserfotografen und für Nachttauchgänge. Hier lassen sich die Bemühungen um den Wiederaufbau der Riffe und vor allem auch die Fortschritte gut beobachten. Seit Beginn des Projektes konnten messbare Verbesserungen des Korallenwachstums und des Fischbestandes verzeichnet werden. Zudem werden die heranrollenden Wellen wieder etwas gebremst, was die Regeneration der Strände begünstigt.
[info align=“right“]Weitere Infos:

Übersicht Gili Trawangan
Alle Tauchplätze der Gilis
Unsere Tauchreisen

Externe Links:

Gili Eco Trust
Global Coral Reef Alliance

[/info]
Zu sehen gibt es am Biorock-Riff unter anderem Nacktschnecken, Anglerfische, Rotfeuerfische, Kugelfische, Drückerfische, Kaiserfische, Scorpionsfische, Oktopusse, Tintenfische, Sandaale und jede Menge weiterer Arten inklusive ihres Nachwuchses.

Die Methode

Gili Eco Trust arbeitet mit der Biorock-Methode der “Global Coral Reef Alliance“ die auch an anderen Orten künstliche Riffe aufbaut, darunter im Pemuteran (Bali) mit dem Karang Lestari Projekt. Entwickelt wurde die Methode von Prof. Wolf Hilbertz und Dr. Thomas J. Goreau. Dabei werden künstliche Stahlstrukturen unter eine Spannung von 1,2 Volt gesetzt, was eine Elektrolyse in Gang setzt. Der Stahlkern ist dabei die Kathode, also der Minuspol und auf dieser bildet sich eine feste Kruste aus den Salzen des Meerwassers. Die Kruste ähnelt ein wenig dem bekannten Stahlbeton und sie wächst pro Jahr um mehrere Zentimeter. Ist die Kruste vorhanden, werden Stücke lebender Korallen darauf befestigt, die sich auf ihrem neuen Untergrund sehr schnell ausbreiten. So werden in relativ kurzer Zeit neue Riffformationen geschaffen, die den Grundstock für eine Regeneration des gesamten ökologischen Gleichgewichts unter Wasser legen. Das Biorock-Verfahren ist mittlerweile so erfolgreich, dass man sogar schon versucht Baumaterialien damit zu produzieren.

Artikelbild: © SeraphP / Shutterstock