Biorock-Verfahren

Die Biorock-Technologie ist ein von Wolf Hilbertz entwickeltes Verfahren zur Abscheidung von Mineralien aus dem Meerwasser. Es wird unter Anderem beim Karang Lestari Projekt in Pemuteran in Balis Westen verwendet um zerstörte Korallenriffe wieder aufzubauen. Man versenkt Stahlteile im Wasser und lässt sie mit Gleichstrom durchfließen. Die Elektrolyse spaltet das Seewasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff.

Der Stahlkern ist dabei der Minuspol (Kathode) und auf ihr bildet sich eine feste Kruste aus den Salzen die im Meerwasser gelöst sind. Diese Mischung aus Aragonit (Kalziumkarbonat) und Brucit (Magnesiumhydroxid) lässt eine Struktur entstehen, die Stahlbeton ähnelt. Pro Jahr lässt sich ein Materialzuwachs von mehreren Zentimetern erzeugen, solange genug Gleichstrom vorhanden ist, sind weder Form noch Größe irgendwelchen Beschränkungen unterworfen.

Je nach Stromstärke kann die Geschwindigkeit des Aufbaus und die Härte des Endproduktes gesteuert werden. Befestigt man Brocken von lebenden Korallen an der Stahlkonstruktion, so wachsen diese fest und breiten sich relativ schnell aus. Denn die Korallen wenden normalerweise sehr viel Energie auf, für das Herauslösen von Kalzium- und Magnesiumionen aus dem Meerwasser. Das Biorock-Verfahren stellt die benötigten Mineralien und einen festen Untergrund bereits zur Verfügung, so dass die Korallen bis zu vier mal so schnell wachsen wie gewöhnlich.
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Karang Lestari Projekt … >>

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Wolf Hilbertz und der Biochemiker und Korallenforscher Tom Goreau haben das Verfahren bereits über ein Dutzend Mal eingesetzt um zerstörte Riffstrukturen in allen Teilen der Erde zu regenerieren, darunter eben auch in Pemuteran auf Bali.

Die Stabilität solcher Strukturen nimmt dabei im Laufe der Zeit zu, so eigenen sie sich auch gut als Wellenbrecher, die sich nach Beschädigung sogar selbst reparieren. Außer für künstliche Riffkonstruktionen, könnte das Biorock-Verfahren auch für Baumaterialien sorgen, denn der Energieaufwand ist, verglichen mit anderen Baustoffen, sehr gering. Mit nur 1000 Kilowattstunden kann man eine Tonne Baustoff erzeugen, das Brennen von Ziegeln erfordert ein Vielfaches davon.

Die Technik ist zudem sehr simpel und kann auch von Laien oder in Entwicklungsländern angewandt werden. Der Strom wird dabei direkt vor Ort erzeugt, durch Solarenergie oder Windkraft. Der anfallende Wasserstoff könnte zusätzlich energetisch genutzt werden.

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