Museum Bahari – Schifffahrtsmuseum im alten Hafen von Jakarta

Museum Bahari

Museum Bahari. Artikelbild: © Museum Bahari / Shutterstock

Jakartas alter Hafen Sunda Kelapa hat nicht nur auf dem Wasser malerische Ansichten zu bieten. Das Museum Bahari, ein Schifffahrtsmuseum, entführt sowohl baulich als auch mit seinen Ausstellungsstücken in die Vergangenheit der Seefahrt Indonesiens. Mitten im Hafen von Sunda Kelapa im Subdistrikt Penjaringan wurde das Museum Bahari in alten Lagerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert eingerichtet. Diese alten Gebäude verleihen den Museum ein sehr dörfliches Flair. Ein Besuch des Schiffahrtsmuseums und des alten Hafens Sunda Kelapa, an dessen Eingang es liegt, lässt sich sehr gut mit der Erkundung des alten Batavia in Laufdistanz verbinden.

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[/artikel-vorschau][hr]Die Lagerhäuser gehörten früher der Niederländischen Ostindien-Kompanie (Dutch East India Company), einem Zusammenschluss mehrerer niederländischer Kaufmannsgesellschaften. Diese besaß im alten Batavia einen wichtigen Stützpunkt für ihre Handelsschifffahrt. Unter anderen wurden hier Gewürze gelagert, etwas Pfeffer und Muskat, die früher sehr teuer und begehrt waren und eine sehr große Rolle im Handel spielten. Aber auch Kaffee, Tee und Stoffe fanden hier ihren Platz, bevor sie auf den Seeweg nach Europa gingen. Viel später, im 20. Jahrhundert, nutzten die Japaner die Lagerhäuser während ihrer Besatzung als Logistiklager. Nach der Unabhängigkeit griffen staatliche Unternehmen auf die Lagerflächen zu, bis schließlich 1976 das Gelände als Kulturgut deklariert wurde. Schon bald darauf öffnete im Juli 1977 das Museum Bahari seine Pforten für Besucher.

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Anreise zum Museum Bahari:

Das Museum Bahari liegt in der Altstadt Jakartas in der Nähe des Taman Fatahillah. Zu erreichen ist beides gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Bahnstation Kota liegt in unmittelbarer Nähe. Auch mehrere Buslinien fahren in diese Gegend. Jeder Taxifahrer kennt den Weg natürlich und die meisten Hotels bieten Touren an, die auch das Museum Bahari einschließen.

Koordinaten: Süd 6°07’39.00 Ost 106°48’33

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Die Gebäude des Lagerhaus-Komplexes erstrecken sich an beiden Ufern der Flusses Ciliwung und teilen sich auf in die Westzijdische Pakhuizen und die Ostzijdische Pakhuizen. Drei der vier Baueinheiten an der Westseite werden vom Museum Bahari genutzt. Die ersten Lagerhäuser wurden hier um 1652 errichtet. Wenige Jahrzehnte später erfolgte ein Teilabriss und Neubau einiger Lagerhäuser, um den Abstand zur damaligen Stadtmauer und damit die Lagerflächen zu vergrößern. Über einigen Türen befinden sich Steine im Mauerwerk, die auf die Daten vorn Reparaturen und Erweiterungen hinweisen. Der Platz außerhalb der Lagerhäuser zur Stadtmauer hin wurde zur Lagerung von Kupfer und Zinn genutzt. Eine vorgelagerte Holzgalerie hat die Metalle gegen Regen geschützt, diente aber auch den Wachen zu ihren Rundgängen, da sie gute Übersicht über das Gelände bot. Diese Galerie ist nicht mehr erhalten, aber Haken im Mauerwerk weisen auf die Stellen der Verankerung hin. Vor dem Museum Bahari befindet sich ein Mauerstück, das der letzte erhaltene Rest der Stadtmauer von Batavia ist, die sich auch hier am Hafen entlang erstreckte.

Ausstellung im Museum Bahari

Die Ausstellung legt ihren Schwerpunkt auf die Geschichte der Seefahrt in Indonesien, betont aber auch die Wichtigkeit des Meeres für die moderne indonesische Wirtschaft. Der Besucher lernt im Museum Bahari unter anderem verschiedene typisch indonesische Schiffe kennen. Dazu gehören zum Beispiel die Pinisi, die noch heute als eine der letzten Segelflotten der Welt im Hafen Sunda Kelapa anzutreffen sind und im normalen Frachtbetrieb eingesetzt werden. Diese zweimastigen Schoner wurden vor etwa einem Jahrhundert erbaut. Weitere wichtige Schiffsformen in Indonesien sind die Lancang und die Gelati. Gelati sind große Fischerboote aus Teakholz, die vor allem im Bereich zwischen der Ostküste Javas und Bali im Einsatz sind. Die Lancang Kuning ist ein Exponat des Museums und hat in der Vergangenheit dem König und anderen hochrangigen Persönlichkeiten als Transportmittel gedient. Die Lancang-Segelschiffe waren vor allem in Sumatra, Banten und Kalimantan verbreitet.

Anhand eines Reliefs am berühmten Borobudur-Tempel wurde das Modell eines Schiffes aus der Majahapit-Zeit im 13. bis 16. Jahrhundert nachgebildet. Ein Modell zeigt die kleine Insel Onrust vor der Küste Jakartas, die in früheren Zeiten unter anderem als Werft für die Niederländische Ostindien-Kompanie diente. Verschiedene Bilder erinnern an die Zeit, in der die Schiffe der niederländischen Postgesellschaft KPM durch die Region kreuzten. Aber auch die moderne Seefahrt findet im Museum Bahari ihren Platz. Moderne Navigationshilfen werden ebenso vorgestellt wie Informationen über Leuchttürme. Die Besucher können sogar erfahren, wie die indonesische Marine ihre Seekarten herstellt. Ein weiteres wichtiges Ausstellungsthema ist die biologische Ozeanographie, die unter anderem die Fischbestände an den Küsten Indonesiens sowie ganz allgemein Flora und Fauna in diesen Bereichen untersucht. Das Museum Bahari lässt sich am besten erreichen, indem man sich in die Altstadt Jakartas zum Taman Fatahillah oder zur nahegelegenen Bahnstation Kota begibt und von dort aus ein Stück zu Fuß läuft oder ein Taxi nimmt.

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