Ghost Bay

Blaupunktrochen über Sandfläche vor Indonesien.

Blaupunktrochen sind zwar nicht die größten Rochen, aber faszinierend gefärbt. Foto: © LauraD / Shutterstock

Ghost Bay ist ein Tauchspot direkt vor dem Strand des ruhigen Fischerdorfes Amed an der Ostküste der Insel Bali. Der Einstieg erfolgt hier ganz einfach vom Ufer aus, oder man mietet sich eines der traditionellen Jukung Auslegerboote wie sie die Fischer bis Heute benutzen. Die wahren Schätze dieses Tauchspots erschließen sich dem Taucher erst nach genauerem Hinsehen. Seltene Meerestiere wie diverse Arten von Steinfischen, Geisterpfeifenfischen, Sandaalen und allerhand Kleingetier locken Unterwasserfotografen aus der ganzen Welt an.

Eine Besonderheit des Tauchspots Ghost Bay ist das künstliche Riff, das vor dem Strand von Amed entsteht. Noch in den 80er Jahren gab es hier ein wunderschönes natürliches Riff, ähnlich denen in der direkten Nachbarschaft. Mit dem Aufkommen neuer und effizienterer Fischfangmethoden mit großen Schleppnetzen wurde das Riff von den Fischern mehr und mehr als Störung wahrgenommen, denn die Netze blieben hängen und zerrissen an ihm. So beschloss man kurzerhand es abzutragen und das Material praktischerweise gleich zum Hausbau zu verwenden. Von den ökologischen und ökonomischen Folgen dieser Zerstörung ahnte man damals freilich nichts.

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Denn das Ufer verlor mit dem Riff auch seinen Schutz vor Wellenschlag und Strömung. Schutzlos der Erosion ausgesetzt, ist der Strand an den Stellen an denen das Riff nun fehlt innerhalb weniger Jahre stark abgetragen worden. Die Sandflächen die zuvor zur Meersalzgewinnung genutzt wurden, verschwanden und damit auch die Einnahmequelle durch das Salz. Zudem verringerte sich der Fischbestand in der näheren Umgebung. Mittlerweile wird den Bewohnern von Amed klar, was sie unwissentlich angerichtet haben. Die Betreiber des Amed Tauchzentrum, des Hotel Uyah Amed und des Cafe Garam beschlossen deshalb im Jahre 2003 ein künstliches Riff zu schaffen um das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen. Begleitet von vielen Diskussionen und oft gegen den Widerstand mancher Fischer, entstand und entsteht so langsam ein neues Riff aus Beton und anderen Materialien vor der Küste.
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Der Fischreichtum hat mittlerweile wieder zugenommen und zusätzliche Einnahmen durch mehr Urlauber die zum Tauchen kommen sind auch zu vermelden. Federsterne, Kardinalfische, Blaupunktrochen und Steinfische sind nur einige der neuen Bewohner.