Dorfleben auf Bali

Traditionelle Dörfer haben auf Bali seit je her einen großen Stellenwert im Leben der Menschen. Trotz der zunehmenden Globalisierung und des Tourismus hat sich das bis heute kaum geändert. Die Dorfgemeinschaft kommt immer noch direkt nach der eigenen Familie.

Traditionelles balinesisches Haus

Blick in ein traditionelles balinesisches Haus. Dieses besteht aus mehreren Gebäuden auf einem Gelände

Ein balinesisches Dorf ist eine weitgehend religiöse Gemeinde, gruppiert um mehrere Tempel. Der Grundbesitz eines Dorfes ist das Vermächtnis der Ahnen, die ähnlich der Gottheiten verehrt werden.

Die Straßen des Dorfes sind zumeist in einer Linie von Berg zum Meer hin ausgerichtet, auf Bali nennt sich das Kaja-Kelod (Bergwärts-Meerwärts).

Das Zusammenleben der Menschen regelt das Adat, das Dorfgesetz. Jede Familie gehört einem Banjar, dem Gemeindeverband, an. Dieses regelt gewisse religiöse und weltliche Pflichten und Rechte.

Die Wohnparzellen innerhalb der Dorfgemeinschaft werden an die männlichen Nachkommen vererbt. Gibt es keine, fällt das Grundstück nach dem Tod seines Besitzers an die Dorfgemeinschaft zurück.

Die Wohnhäuser sind auf allen Seiten von einer Mauer aus Ziegeln oder Lehm umgeben. Dahinter befinden sich die Wohnräume, Höfe, Terrassen und Haustempel. Die Zugänge zu den Häusern befinden sich meist an der meerwärts gerichteten Seite.

Je aufwändiger ein solches Tor gearbeitet ist, desto höher ist der gesellschaftliche und finanzielle Status der Familie. Die Anordnung der einzelnen Gebäudeteile folgt einer strengen Tradition, speziell die religiösen Bestandteile wie Haustempel oder Pavillons für Zeremonien haben ihre angestammten Plätze.

Im Zuge der Verstädterung der Balinesen und der damit einhergehenden geringeren Grundstücksgröße lockern sich diese Regeln zwangsläufig. Heutzutage kann der Tempel schon einmal anstatt neben dem Haus auf dem Dach des Hauses stehen.

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