Seide

Seide ist eine sehr edle und schon lange bekannte Textilfaser die auch heute noch eher zu den hochwertigen Materialien gehört, auch auf Bali. Die einzige natürlich vorkommende Endlos-Faser wird aus den Kokons der Seidenraupe, der Larve des Seidenspinners, gewonnen.

Seidenraupe in Zuchtbetrieb in China

Seide wird auf Bali traditionell verarbeitet. Das meiste Material stammt heutzutage aber aus China

Ursprünglich kommt sie aus China, von wo sie über die nach ihr benannte Seidenstraße bis nach Europa gehandelt wurde. Mittlerweile sind aber auch Japan und Indien wichtige Erzeugerländer für Seide.

Bekannt ist die Seidenherstellung in China und im alten Indusreich schon seit etwa 3000 v. Chr., wobei die Chinesen die ersten waren die die Seidenraupen im großen Stil züchteten.

Der Sage nach soll der chinesische Kaiser Fu Xi die Idee gehabt haben, Seide zur Herstellung von Stoffen zu verwenden. Die Herstellung von Seide oder die Zucht der Seidenraupen wurde in China lange Zeit geheim gehalten und es war bei Todesstrafe verboten Seidenraupen auszuführen.

Erst im Jahre 555 gelang es, einige Eier der Raupen nach Rom zu schmuggeln. Die Raupen verpuppen sich und produzieren dazu den Seidenfaden. Diesen legen sie in bis zu 300.000 Windungen um sich. Mit heißem Wasser oder Wasserdampf werden die Raupen vor dem Schlüpfen abgetötet.

Danach werden die Kokons abgewickelt. Für 250g Seidenfaden benötigt man 3000 Kokons, muss also 3000 Tiere töten! Der rohe Seidenfaden wird nun gereinigt, gebleicht und chemisch weiter veredelt. Es gibt allerdings auch Wildseide, die aus den Kokons geschlüpfter Schmetterlinge gewonnen wird.

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