Nelubulanin / Tigang Sasihin

Nelubulanin oder tigang sasihin ist auf Bali die Bezeichnung für die im Leben eines Kindes sehr wichtige Dreimonatsfeier. Nach drei Wuku-Monaten (Tumpek) zu je 35 Tagen gibt es eine weitere Feier (nelubulanin oder tigang sasihin). An diesem Tag darf das Kind zum ersten Mal den Boden berühren, was bisher streng vermieden wurde.

An diesem Tag bekommt es auch seinen richtigen Namen, denn der erste Name diente nur dazu, eventuelle böse Mächte zu verwirren. Diese Feier ist derart wichtig, dass oft ein Brahmanenpriester dazu eingeladen wird, sofern man sich das leisten kann. Ärmere Familien teilen sich die Kosten und nehmen dafür in Kauf, dass der Termin der Feier nicht gar so genau mit dem Kalender übereinstimmt.

Der Priester bereitet Weihwasser und beginnt dazu mit Glockengeläut, Gebeten und rituellen Handbewegungen den Gott Siwa in seinen Körper zu führen. Dazu werden passende kawi-Texte verlesen. Von alldem nehmen die Anwesenden aber kaum Notiz, denn sie sind damit beschäftigt das echte Kind gegen einen Wechselbalg zu tauschen.

Dies dient erneut dazu, die bösen Geister zu verwirren, weshalb nun der Wechselbalg ebenso behandelt wird wie das echte Kind. Die echten Kinder orakeln währenddessen zusammen mit der Mutter was ihnen ihr Leben bringen wird. Nachdem die Wechselbälge entsorgt wurden, werden nun die Kinder vom Priester geweiht und gereinigt. Bis zur nächsten großen Zeremonie, der Zahnfeilung ist dann erst mal alles durchgestanden.

Zurück zur Übersicht Zeremonien