Eka Dasa Rudra

Das Eka Dasa Rudra ist die wichtigste Zeremonie der Insel Bali und eine Art Purifikationsritual des gesamten Universums. Sie findet traditionell nur alle 100 Jahre im Muttertempel Besakih statt und fordert viele Blutopfer während seiner Laufzeit.

Pura Besakih am Gunung Agung, Bali

Der Pura Besakih ist Balis größte und heiligste Tempelanlage. Er liegt am Gunung Agung und wird auch Muttertempel genannt. Hier findet das Eka Dasa Rudra statt

Zu trauriger Berühmtheit gelangte das Ritual am 17. März 1963, als während der Vorbereitungen zur Zeremonie der Vulkan Gunung Agung ausbrach, an dessen Hang der Besakih-Tempel liegt.

Tausende Menschen kamen ums Leben und Hunderttausende verloren ihr Hab und Gut.

Den Balinesen war sofort klar, dass sie vermutlich durch die Vorbereitungen des Festes den Zorn des Gottes Siwa geweckt haben mussten. Man vermutete, dass der Termin zur Feier falsch berechnet wurde. Dennoch wurde die Tempelanlage wie durch ein Wunder verschont.

Das Ritual wurde im Jahre 1979 erneut durchgeführt, dieses Mal ohne Vulkanausbruch. Allerdings war es dieses Mal auch der korrekte Termin, die Götter sollten also entsprechend besänftigt sein.

Das umfangreiche Ritual dient grundsätzlich dem Ausgleich zwischen guten und bösen Mächten, man bannt in einem exorzistischen Ritual die 11 Formen des schrecklichen Gottes Eka Dasa Rudra. Deshalb dauert die ganze Zeremonie auch 11 Wochen mit 30 einzelnen Ritualen.

Zu Beginn des Eka Dasa Rudra werden die Bilder der Götter symbolisch im Meer gewaschen und ein reich verzierter Büffel geopfert, dessen Hörner zuvor vergoldet wurden. Dem Tier wird ein Stein um den Hals gebunden und es wird ins Meer getrieben. Diese erste für den Europäer grausam anmutende Zeremonie dauert drei Tage. Sie dient dazu, die Dämonen aus dem Meer zu besänftigen und wird von zahlreichen Gebeten, Gesängen und Tänzen begleitet.

Die weiteren rituellen Handlungen finden dann im Besakih Tempel statt. Auch hier werden sehr viele Tieropfer dargebracht, um die Dämonen, allen voran Rudra, zu besänftigen. Alles begleitet von Gebeten, Gesängen und Tänzen.

Zurück zur Übersicht Zeremonien