Wayang

Der Begriff Wayang bezeichnet in ganz Indonesien und natürlich auch auf Bali Figuren, mit denen religiöse und traditionelle Puppenspiele aufgeführt werden. Diese Art des Puppenspiels ist kulturell mit der chinesischen Variante verwandt und hat sich im Laufe der Zeit mit dem Aufkommen des Hinduismus und später des Islam immer wieder verändert und weiterentwickelt.

Mittlerweile ist das Wayang-Puppentheater sogar von der UNESCO unter die Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen worden.

Das Spiel mit den Wayang Puppen war auf Bali schon lange vor dem Hinduismus bekannt und bei den Ureinwohnern der Insel Bali und ganz Indonesien sehr beliebt. Das Wort Wayang bedeutete auf javanesisch „Schatten“ im Sinne von Geistern, mit denen die Kultur Indonesiens seit je her eng verbunden war.

Nach dem damaligen Glauben können Geister der Ahnen die Geschicke der Lebenden beeinflussen und müssen deshalb milde gestimmt werden damit sie kein Unheil anrichten. Milde stimmt man balinesische Ahnen vor allem mit Ritualen und Zeremonien wie eben dem Wayang. Die Figuren können dabei Puppen sein (Wayang Golek), Malereien und Bilder oder verkleidete Schauspieler.

Als der Hinduismus langsam nach Bali vordrang und die Balinesen langsam den neuen Glauben annahmen, wurde das Wayang vor allem genutzt, um diesen weiter zu verbreiten. So entstand eine bunte Mischung aus Indonesischer Tradition und Hinduismus.

Später unter dem zunehmenden Einfluss des Islam wurde die Darstellung von Götzenbildern verboten, was zur völligen Unterdrückung des damaligen Wayang führte. Um dieses Verbot zu umgehen, verwendete man statt Puppen einfach Umrisse aus Leder mit denen man Schattentheater aufführte.

Nun wurden also nicht mehr die Figuren gezeigt sondern deren Schatten, wogegen niemand etwas einwenden konnte. Dies war die Geburtsstunde des heutigen Wayang Kulit. Kulit ist das indonesische Wort für „Haut“.

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