Barong

Die Barongfigur ist wohl eines der bekanntesten Sinnbilder der balinesischen Kultur. Kaum ein Bali Reiseführer, der nicht irgendwo einen Barong abgebildet hat oder ihn mehr oder weniger Ausführlich erwähnt. Kaum eine Rundreise die nicht einen Barongtanz im Programm hat.

Barong Figur in Tanzaufführung auf Bali

Solche Barongfiguren sind fester Bestandteil vieler Theateraufführungen in einigen Teilen Balis

Wobei die Darstellung des Barong im touristischen Kontext meist eine Vereinfachung darstellt, denn der Barong ist eigentlich ein Gattungsname für eine ganze Reihe von Sakralfiguren.

Es gibt darunter zoomorphe, also tiergestaltige Formen und anthropomorphe Formen, also jene in Menschengestalt.

Man kann auch unterteilen in zweifüßige von einem Menschen gespielte und Vierfüßige von zwei Menschen gespielte Barongs. Mischungen von Mensch und Tier scheint es beim Barong allerdings nicht zu geben.
[info align=“left“]Barong in Tiergestalt:

Barong Ket, das Fabelwesen das die Touristentänze bestreitet
Barong Bangkal in Form eines Wildschweins
Barong Macan in Form eines Tigers
Barong Gajah in Form eines Elefanten
Barong Singa in Form eines Löwen
Barong Lembu in Form eines Rindes
Barong Menjangan in Form eines Hirsches
Barong Jaran in Form eines Pferdes
Barong Tjitjing in Form eines Hundes
Barong Kambing in Form einer Ziege
Barong Puuh in Form einer Wachtel

[/info][info align=“right“]Barong in Menschengestalt:

Das Barong Landung Pärchen
Den Barong Berutuk, bestehend aus mehreren Figuren
Den Barong Kedingkling oder belas-belas mit 9-10 verschiedenen Figuren

[/info]
Im Zusammenhang mit den Aufführungen für Touristen spielt sich meist das Szenario des Kampfes Gut gegen Böse ab.

Der Barong ist dabei der Vertreter des Guten und wird meist von zwei Männern mit einer Löwenmaske (Barong Singa) oder mit einer Fabelmaske (Barong Ket) dargestellt. Er kämpft gegen die böse Hexe Rangda, wobei dieser Kampf stets unentschieden ausgeht, denn Gut und Böse gehören nun mal untrennbar zusammen. Abgeleitet hat sich dieser balinesische Tanz aus indischen Epen und entstammt wohl den exorzistischen Beschwörungsdramen animistischer Zeit. Wobei sich die Ethnographen da noch nicht so ganz einig sind.
[info align=“right“]Weitere Infos:

Sehr umfangreiches Hintergrundwissen vermittelt übrigens das Buch „Die Erfindung des Barong“

[/info]
Noch Heute wird der Barong in Krisenzeiten zu seinem ursprünglichen Zweck aufgeführt, ansonsten ist der sehr lebhafte Tanz besonders bei Touristen beliebt. Zum Leben erweckt und erhalten wird ein Barong, von der Seka, einem Verein der sich um den Erhalt, die Versorgung und natürlich auch die Rituale kümmert. Auch das Orchester wird von diesem Verein gestellt.

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