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Was hat Indonesien mit Spielzeug zu tun?

Die indonesische Insel Bali ist bekannt für ihre aus europäischer Sicht sehr exotische Kultur. Das Leben der Balinesen, ihre Religion, ihr Alltag sind uns Europäern fremd und unbekannt. Dazu tragen sicher die etwas verklärten Vorstellungen einiger Heilsucher bei, die in Bali ihr persönliches Paradies erkannt haben.

Man geht als unbedarfter Reisender also fast schon davon aus, dass das Leben auf Bali komplett anders sein muss als bei uns. Sogar die Kinder müssen ja zwangsläufig ganz anders aufwachsen, mit anderen Dingen spielen und sich anders verhalten.

Wer sich dann näher mit Bali und den Menschen dort befasst, stellt schnell fest dass deren Leben genauso verläuft wie unseres. Die Erwachsenen gehen zur Arbeit, die Kinder in die Schule und das Spielzeug ist das gleiche wie überall auf der Welt.

In den Städten dominieren genauso die Videospiele wie in Europa auch, mit den gleichen Folgen für die Kinder. Das Spielzeug der indonesischen Kinder ist also auch kein anderes als das ihrer deutschen Altersgenossen, auch in Indonesien schaut kaum ein Kind mehr ein Holzspielzeug an, wenn es eine Konsole oder einen Fernseher zur Hand hat.

Aber es gibt noch einen anderen, wesentlich fataleren Zusammenhang zwischen dem Spielzeug in unseren Läden und dem Land Indonesien. Beschäftigt man sich damit, landet man ganz schnell bei den dunklen Seiten Indonesiens, auch wenn die im touristischen Bali natürlich kaum zu sehen sind.

Denn insbesondere die Rohstoffe der Spielzeuge die aus Holz oder aus Papier hergestellt werden, stammen oft genug nicht aus halbwegs nachhaltig bewirtschafteten europäischen Wäldern, sondern aus dem ungebremst fortschreitenden Raubbau an Indonesiens Wäldern.

Ganz dick im Geschäft ist der Konzern APP (Asia Pulp and Paper) der seit vielen Jahren völlig ungebremst unvorstellbar große Waldflächen einfach platt macht. Nur um die Zellulose für unser Papier noch ein paar Cent billiger anbieten zu können.

Zum Glück verliert der Konzern zunehmend namhafte Spielzeughersteller wie Hasbro als Kunden, da diese sich Sorgen um ihr Image machen. Dennoch scheint der Absatz von APP weiter zu steigen, offenbar gibt es immer noch genügend alternative Abnehmer, kaum einer der europäischen Kunden schert sich darum, wo das Spielzeug seiner Kinder eigentlich herkommt. Abhilfe schafft da nur Fragen, Fragen und nochmal Fragen, so bald die Anbieter merken, dass ihre Kundschaft kritischer wird, ändern sich ganz schnell auch die Bezugskanäle der Rohstoffe.

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